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Mystik

Der Ausdruck Mystik (von griechisch μυστικός mystikós „geheimnisvoll“) bezeichnet Berichte und Aussagen über die Erfahrung einer göttlichen oder absoluten Wirklichkeit sowie die Bemühungen um eine solche Erfahrung.

Inhaltsverzeichnis

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Begriffsbestimmung [Bearbeiten]

Religionsgeschichtliche Perspektive [Bearbeiten]

Religionsgeschichtlich versteht man unter Mystik eine Form religiösen und damit auf ein Absolutes ausgerichteten Erlebens und sprachlichen Ausdrucks. Mystische Erfahrungen werden unter Verwendung kontextspezifischer Begriffe, Bilder und Formulierungen ausgedrückt.

In theistischen Religionen ist mystische Erfahrung auf Gott bezogen. Als Gotteserfahrung mitgeteilte mystische Erlebnisse kennen Strömungen des Judentums, des Christentums, des Islams und des Hinduismus. Sie finden in unterschiedlichen Begriffen und Wendungen Ausdruck, die oftmals auch in Grundschriften dieser Religionen Verwendung finden: Nacht, Dunkelheit, Feuer (Mose), „sanftes, leises Säuseln“ (1 Kön 19,12), Liebe (Johannesbriefe), göttliches Du, Gott als innerstes Innen (beiAugustinus); göttliche Mutter (Ramakrishna).

Nichttheistische Traditionen wie BuddhismusJainismus und Daoismus setzen mystische Erfahrungen mit einer letztendlichen Wirklichkeit ohne Bezug auf eine göttliche Wesenheit in Beziehung.

Begriffsgeschichte [Bearbeiten]

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Der deutsche Ausdruck „Mystik“ geht zurück auf das griechische μυστικός (mystikós) „geheimnisvoll“. Dieses steht in Verbindung mit μύειν (myein), „sich schließen, zusammen gehen“, was zunächst auf die Augen bezogen war, sowie mit μυέειν (myéein), beginnen oder initiiert werden. Diese Ausdrücke wurden anfangs auf Mysterien und Geheimriten bezogen und später auch generell im Sinne von dunkel und geheimnisvoll verwendet.

In der Spätantike findet der Ausdruck dann auch im philosophischen Kontext Verwendung, wenn der verborgene Sinn einer Äußerung angesprochen ist, und wird insbesondere von Proklos auf den Bereich des Göttlichen bezogen.[1]

Die neuzeitliche Verwendung im Sinne einer spezifischen Variante religiöser Praxis und einer spezifischen Sorte religiöser Literatur ist - folgt man dem Mystikforscher Michel de Certeau - Ergebnis einer Begriffsverschiebung, die an der substantivischen Verwendung kenntlich ist: es wird nicht mehr gesprochen von "mystischer Theologie" als einem konstitutiven Bestandteil religiösen Denkens, sondern von "Mystik" als einem Typus außergewöhnlicher Verfahren. Ähnlich wie hin und wieder Mystik selbst bezeichnen davon abgeleitete Wörter wie Mystizismus und mystisch in der heutigen Umgangssprache auch als unverständlich, rätselhaft oder unsinnig empfundene Redeweisen.

Mystikbegriff [Bearbeiten]

Das Thema „Mystik“ ist Forschungsgegenstand innerhalb der Theologien der Offenbarungsreligionen und der Religionswissenschaften, in Kultur-Geschichts- und Literaturwissenschaft, in der Philosophie und Psychologie. Ein fachwissenschaftlicher Konsens zur Begriffsbestimmung konnte bisher nicht hergestellt werden.

Im alltäglichen Sprachgebrauch sowie in populärer Literatur steht das Thema „Mystik“ meist in Beziehung zu religiösen oder spirituellen Erfahrungen, die als solche nicht objektiv zugänglich scheinen. Die Literatur, in welcher der Ausdruck „Mystik“ in unterschiedlichem Sinne verwendet wird, ist vielfältig. Trotz aller Unklarheiten lassen sich Merkmale angeben, die zumeist für mystisches Erleben für typisch gehalten werden. Auch ist für mehrere Personen unstrittig, dass diese weithin als Mystiker gelten.

Mystik in den Weltreligionen [Bearbeiten]

Siehe auchListe von Mystikern

Christliche Mystik [Bearbeiten]

 HauptartikelChristliche Mystik
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Biblische Motive

In zahlreichen Texten mystischer Literatur werden biblische Motive aufgegriffen. Beispielsweise wird die Seligpreisung „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen.“ (Mt 5,8) auf die Reinheit von Affekten, sinnlichen Wahrnehmungen und Handlungsmotiven bezogen. Auch Formulierungen von einem Einwohnen Gottes im Menschen oder eines Lebens Gottes durch den Menschen (Eph 1,3; Gal 2,20; Joh 14,15-23) werden sowohl bei östlichen und westlichen Kirchenvätern[2] wie auch in späteren Texten der Mystik[3] aufgegriffen. Das „Gott schauen“ noch zu Lebzeiten kann als das klassisch mystische Motiv schlechthin angesehen werden.

Mittelalter

Im Anschluss an Paulus verbanden bereits frühe christliche Theologen wie Augustinus die Lehre von der Kirche mit der Eucharistie und damit dem Leib Christi. Daran knüpfte Thomas von Aquin an: die Kirche sei der mystische Leib Christi.[4] Dies war nicht selbstverständlich, denn zumeist wurde der Ausdruck "mystischer Leib" direkt auf die Eucharistie bezogen, und erst von daher die Kirche als wahrer Leib Christi verstanden.[5] Im Anschluss an Augustinus bestimmte die katholische „GlaubensenzyklikaMystici corporis, der mystische Leib Christi und die Römisch-katholische Kirche seien „ein und dasselbe“.

Ein großer Teil der hochmittelalterlichen Literatur zur mystischen Theologie besteht in Kommentaren zum Werk des Pseudo-Dionysius Areopagita. Es bilden sich zwei Auslegungstraditionen heraus: eine stärker affektive mystische Theologie, wie sie etwa von Hugo von St. VictorThomas GallusRobert GrossetesteVinzenz von Aggsbach vertreten wurde, und eine stärker intellektuelle, wie sie etwa von Jean GersonNicolaus von Kues und anderen vertreten wird. Jean Gerson unterscheidet die Theologia mystica als experimentelle Erkenntnis Gottes oder Erfahrungswissen von Gott (cognitio dei experimentalis) von einem lehrhaft vermittelten theoretischen Wissen von Gott (cognitio dei doctrinalis).

Mystische Praktiken

Im christlichen Kontext wurden, wie auch in anderen Religionen, unterschiedliche Auffassungen darüber vertreten, ob mystische Erfahrungen durch bestimmte religiöse Techniken vorbereitbar oder gänzlich davon unabhängig sind.

Ansatzpunkte für den interreligiösen Dialog

Zahlreiche Autoren haben im Kontext der Mystik naheliegende Ansatzstellen für einen interreligiösen Dialog gesehen - insbesondere mit dem BuddhismusDaisetz T. Suzuki beispielsweise zeigte sich bereits in den 1950er Jahren von Meister Eckhart sehr beeindruckt.

Hinduistische Mystik [Bearbeiten]

Nach hinduistischen Lehren ist eine Einheitserfahrung mit dem göttlichen Brahman möglich. Das ist in Worten kaum wiederzugeben, da Begriffe es nicht fassen. Typische Beschreibungen bedienen sich Metaphern wie: das Bewusstsein weitet sich ins Unendliche, ist ohne Grenzen, man erfährt sich aufgehoben in einer Wirklichkeit unaussprechlichen Lichts und unaussprechlicher Einheit (Brahman). Dieser Einheitserfahrung entspricht die Lehre der Einheit von Atman („Seele“) und göttlichem Brahman.

Das Einssein fassen verschiedene Vertreter unterschiedlich auf:

  • pantheistisch: Wie ein Salzklumpen sich im Wasser auflöst, gehe der Atman im göttlichen Brahman auf.
  • panentheistisch: Die Seelen behalten einen Eigenstand, wenngleich mit dem Brahman unauflöslich verbunden.
  • monotheistisch: Einheit in Vielfalt. Qualitative Einheit und gleichzeitige individuelle Vielfalt, die der Seele eine ewige mystische Liebesverbindung mit Gott ermöglicht (Vishishta-Advaita).

Nach hinduistischer Lehre ist die alltägliche Wahrnehmung auf vieles gerichtet, die mystische Erfahrung aber eine Einheitserfahrung. Das göttliche Eine ist in allem gegenwärtig, jedoch nicht einfachhin erfahrbar. Es zu erfahren setzt voraus, die Wahrnehmungsart zu ändern. Dazu dienen Konzentrationstechniken des Yoga (Meditation) und die Askese (Enthaltung, Verzicht). Askese führt zur Freiheit gegenüber weltlichen Bedürfnissen. Dies kann u.a. Essen und Trinken, Sexualität oder Machtstreben einschränken.

Buddhistische Mystik [Bearbeiten]

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In der buddhistischen Mystik, die insbesondere in den Strömungen des Mahayana verbreitet ist, geht es wie in allen buddhistischen Schulen nicht um direkte Erfahrung eines göttlichen Wesens. Die Natur des Geistes wird als nicht-dual verstanden. Dies ist jedoch in der Regel nicht bewusst und wird durch das Anhaften am Ich verschleiert. Aus dieser grundlegenden Unwissenheit entsteht die Vorstellung eines unabhängig von anderen Phänomenen existierenden Ichs. Damit geht das Auftreten derGeistesgifte Verwirrung/Unwissenheit, Hass, Gier, Neid und Stolz einher, die Ursachen allen Leidens. Ziel ist es, die Geistesgifte in ursprüngliche Weisheit umzuwandeln, die Ich-Vorstellung aufzulösen und die den unerleuchteten Wesen eigene Aufspaltung der Phänomene in Subjekt und Objekt zu überwinden. Die den fühlenden Wesen innewohnende, bis dahin verschleierte Buddha-Natur wird als immer schon zugrundeliegend erkannt. Wer dies erreicht wird erleuchtet oder schlicht Buddhagenannt. Praktiken wie Meditation, Gebet, Opferdarbringungen, verschiedene Yogas und spezielle tantrische Techniken sollen dies ermöglichen.

Siehe auchTathata und Dzogchen

Daoistische Mystik [Bearbeiten]

Die in China entstandene Philosophie und Religion des Daoismus besitzt in ihren verschiedenen Formen eine spezifische Mystik. Schon die ältesten Texte, die sich mit dem Dao, dem Urgrund des Daseins, befassen, das Daodejing und Zhuangzi, beschäftigen sich mit der Idee des Erlangens des Ureinen und der mystischen Innenschau sowie einer bestimmten geistigen Haltung, die den daoistischen Mystiker auszeichnet. Die ab dem 2. Jh. entstandene daoistische Religion hatte dann in ihren verschiedenen Schulen einen ausgeprägten Hang zu mystischen Formen von Ritual und Magie, Meditation und Innenschau, basierend auf komplexen Annahmen über die Natur des Dao und des daraus entstandenen Kosmos.

Islamische Mystik [Bearbeiten]

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Wichtige Vertreter der islamischen Mystik sind Yunus Emre und Dschalal ad-Din ar-Rumi. Im Islam gibt es in Orden organisierte Strömungen, die als sufiyya (Sufismus) bezeichnet werden - ein Ausdruck, der mit dem Ausdruck tasawwuf in Verbindung steht; beide Ausdrücke werden bisweilen mit "Mystik" wiedergeben, weil es in diesem institutionellen Kontext ähnliche Lehren und Praktiken gibt, wie sie im westlichen Kulturraum oft mit dem Termius "Mystik" verbunden werden.

Nach einer Überlieferung (Hadith) des Propheten Mohammed sagt Gott den Menschen: „Es gibt siebzig [oder siebenhundert oder siebentausend] Schleier zwischen euch und Mir, aber keinen zwischen Mir und euch.“ Dieser - in unterschiedlichem Wortlaut überlieferte - Ausspruch wird u.a. von Al-Ghazali[6] und Ibn Arabi rezipiert. Letzterer bezieht die Schleier auf die Erscheinungen Gottes (tajalliyat).[7]

Einige Vertreter des Sufismus lehren, dass Gott in jeden Menschen einen göttlichen Funken gelegt hat, der im tiefsten Herzen verborgen ist. Diesen Funken verschleiert die Liebe zu allem, was nicht Gott ist - etwa ein Wichtignehmen der materiellen Welt, Achtlosigkeit und Vergesslichkeit (siehe Nafs). Die Sufis praktizieren eine tägliche Übung namens Dhikr, was Gedenken (also Gedenken an Gott, oder Dhikrullah) bedeutet. Dabei rezitieren sie bestimmte Stellen aus dem Koran und wiederholen eine bestimmte Anzahl der neunundneunzig Attribute Gottes. Darüber hinaus kennen die meisten sufischen Orden (Tariqas) ein wöchentliches Zusammentreffen in sogenannten Tekkes, bei dem neben der Pflege der Gemeinschaft und dem gemeinsamenGebet ebenfalls ein Dhikr ausgeführt wird. Je nach Orden kann dieser Dhikr auch Musik, bestimmte Körperbewegungen und Atmungsübungen beinhalten.

Jüdische Mystik [Bearbeiten]

Im Judentum hat die Mystik besonders in der Kabbala eine breite Tradition. Mehr auf rationale Sicht des Glaubens bedachte Denker haben diese Bewegung oft kritisiert.

Mystik als Forschungsgegenstand [Bearbeiten]

Die meisten fachwissenschaftlichen Forschungsansätze analysieren Berichte über mystische Erfahrungen, psychologische Korrelate oder philosophisch-theologische Interpretationskategorien derselben. Zu den bekannteren Forschern zählen für die jeweiligen Einzelwissenschaften:

Dabei ist eine nähere Bestimmung des Begriffs sehr unterschiedlich und teilweise kontrovers. Zur Problematik trägt bei, dass das Thema Mystik unterschiedlichste Wissenschaftsdisziplinen betrifft, innerhalb welcher nochmals sehr unterschiedliche Forschungsrichtungen existieren.

Rezeptionen, Ansätze und Wortmeldungen aus Philosophie und Psychologie [Bearbeiten]

  • Der analytische Psychologe Carl Gustav Jung versteht Mystik als religionsunabhängige innere Kontemplation jenseits der Spaltung in verschiedene Konfessionen und Bekenntnisse. Ein Vorbild für ihn ist der Schweizer Mystiker Niklaus von Flüe (Bruder Klaus).
  • Ludwig Wittgenstein hat sich, u.a. in Tagebüchern und zum Schluss seines Tractatus Logico-Philosophicus und anderen Schriften, über Mystik geäußert: „Es gibt allerdings Unaussprechliches: Dies zeigt sich, es ist das Mystische.“[8]
  • Einige Theoretiker aus dem Kontext der Systemtheorie haben Studien zur Mystik vorgelegt, darunter Niklas Luhmann und Peter Fuchs.
  • der Psychologe Erich Fromm, der einem säkularen Judentum nahesteht und u.a. von Maimonides und Meister Eckhart beeinflusst wurde, hat sich auch zu Zusammenhängen von Mystik und Politik geäußert (u.a. am Ende seines Werks Haben oder Sein)
  • Karl Jaspers schrieb von einer „Auflösung des Subjekt-Objektverhältnisses, d.h. der Aufhebung sowohl der Ausbreitung der gegenständlichen Welt wie der persönlichen Individualität...“ und kritisierte: „In der mystischen Einstellung fehlt alles Rationale: Es gibt keine logische Form, keinen Gegensatz, keinen Widerspruch. Alle Relativitäten des Gegenständlichen, alle Unendlichkeiten und Antinomien bestehen nicht.“[9] Als ein Gegenkonzept zur Mystik entwickelte Jaspers das Konzept des „Umgreifenden“[10], in das der Mensch in einem ständigen Kampf auch klar denkend und sich der offenen Diskussion stellend eindringen könne.
  • Der Semiotiker Johannes Heinrichs schlägt erstmals einen semiotischen und strukturellen Mystikbegriff vor, der keine konfessionellen Voraussetzungen macht (Handlung - Sprache - Kunst - Mystik. Skizze ihres Zusammenhangs in einer reflexionstheoretischen Semiotik, in: Kodikas/Code 6 (1983), auch Website johannes.heinrichs.de).

Übergreifende und spezielle Aspekte [Bearbeiten]

Mystik und Lebenswelt [Bearbeiten]

Weltabgewandtheit (Vermeidung von körperlichen Freuden durch FastenAskese und Zölibat oder den Rückzug in die Einsamkeit als Eremit) hat in vielen Religionen eine lange Tradition. Teilweise wird beansprucht, eine solche Haltung sei Vorbedingungmystischer Erfahrung. Andere Traditionen betonen die Zusammengehörigkeit von Kontemplation und aktivem Leben. Die christliche Mystik spricht in diesem Zusammenhang von „vita activa“ und „vita contemplativa“. Beide Seiten gehören etwa für Meister Eckhart stets zusammen. Teilweise wird auch ein wesentlicher Zusammenhang von Mystik und Politik beansprucht, wie er sich etwa bei Nikolaus von FlüeMeister EckhartMartin LutherJuliane von KrüdenerMahatma GandhiDag HammarskjöldDalai Lama u.a. findet.

Auch Traditionen des Zen betonen, dass Spiritualität und Alltag nicht entkoppelt werden dürfen. So beschreiben etwa die Verse „Der Ochse und sein Hirte“ den Entwicklungsweg eines Zen-Schülers im alten Japan und enden mit der Rückkehr auf den Marktplatz. Auch der Zen-Meister Willigis Jäger betont: „Ein spiritueller Weg, der nicht in den Alltag führt, ist ein Irrweg.

Erfahrung und Erfahrenes [Bearbeiten]

In der mystischen Erfahrung lassen sich Erfahrung und Erfahrenes unterscheiden. Die christliche Mystik bezeichnet die Erfahrung als Mysterium oder Unio Mystica, im buddhistischen Kulturraum wird sie etwa als Satori oder Kensho benannt, im hinduistischen Raum als Nirvikalpa Samadhi. Sie bezieht sich immer auf das Erfahrene, die höchste Wirklichkeit, die im christlichen Kulturraum mit Gott, im buddhistischen Raum etwa mit Nirwana, im hinduistischen mit Atman/Brahman bezeichnet wird. Diese höchste Wirklichkeit hat stets ihren spezifischen individuellen Hintergrund (ReligionKulturWissenschaft). Aus phänomenologischer Sicht ist daher unentscheidbar, ob die in unterschiedlichen Strömungen beschriebene höchste Wirklichkeit identisch ist und gleich erlebt wird.

Abgrenzung zur Prophetie [Bearbeiten]

Die von religiösen Strömungen im Judentum und Christentum beanspruchte mystische Erfahrung wird als Glaubenserfahrung verstanden, als intensive Form der Spiritualität. Dabei ist teilweise beansprucht, das Göttliche nicht mehr personal zu erfahren. Dieses Merkmal kann zumindest religionsphänomenologisch von Prophetien abgrenzen, sofern hier Gott stets als personales Gegenüber erfahren wird.

Mystik und Unsagbarkeit [Bearbeiten]

Viele Berichte von mystischer Erfahrung betonen, dass kein Begriff und keine Aussage auch nur annähernd passen. Das Erfahrene ist, abhängig von soziokulturellen Bedingungen, vielfältig umschreibbar. Vor theistischem Hintergrund liegt der Name Gottnahe. Atheisten sprechen etwa von der wahren Natur allen Seins oder der tiefen kosmischen Einheit aller Dinge. Gleichwohl heben viele Beschreibungen die Erfahrungsweise von weltlicher Objekterkenntnis ab. Beispielsweise, da hier kein Ich einem Höheren gegenüberstehe, sondern von diesem Höheren „umfasst“ werde. Bei gleichzeitiger Nichtbenennbarkeit und dem Verlangen, von der Erfahrung dennoch nicht nur zu schweigen, bedient sich Mystik oft ungewöhnlicher Stilmittel.

  • Verschiedene biblische Texte sprechen von der Entzogenheit, Unsichtbarkeit, Nichtabbildbarkeit und Unnennbarkeit Gottes. (Beispielsweise 1 Tim 6,16: „Gott, der in unzugänglichem Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat.“)
  • Buddha hat das mystisch Erfahrene nicht als göttlich bezeichnet. Die höchste Wirklichkeit sei kein göttliches Wesen, das mit Verstand und Willen ausgestattet sei und handele, sondern alles überstrahlender Friede und Glückseligkeit. Die höchste Wirklichkeit bewahre Menschen auch nicht vor Unglück oder befreie nicht aus Lebensgefahren, wenn man sie in Gebeten inständig darum bäte, sondern in der Welt geschehe viel unabänderliches Leid, und dennoch sei alles in dieser höchsten Wirklichkeit geborgen. Die höchste Wirklichkeit erschaffe nicht die vielen Weltdinge wie die Quelle einen Bach hervorbringe oder wie ein Künstler sein Kunstwerk erschaffe. Über die Entstehung der Weltdinge sei nichts wissbar. Die höchste Wirklichkeit sei einfach da als souveräne, unantastbare, absolut erfüllende Wirklichkeit, die Menschen prinzipiell wahrnehmen können. Aus der mystischen Erfahrung heraus werden alle Phänomene auch als Leerheit (Nichts) beschrieben, in dem Sinne, dass sieleer von einem ihnen innewohnenden Sein sind. Das mystisch Erfahrene wird auch als Wirklichkeit beschrieben, in der es kein Leid, keinen Tod und keine Entwicklung mehr gibt, die eine absolute Erfüllung und Seligkeit bedeutet – ganz anders jedoch, als man sich Glückseligkeit vorstellen könnte und zu sagen wüsste.
  • Laozi nennt die allem Sein zugrunde liegende Wirklichkeit Dao. „Das Dao ist namenlos verborgen/ und doch ist es das Dao, das alles erhält und vollendet.“ Er meint, dass über die höchste Wirklichkeit keine rationale Aussage gemacht werden könne, sie jedoch erfahrbar sei. Wer dem Dao folge und in Übereinstimmung mit seiner Natur handle, „zu dem kommen die zehntausend Dinge. Sie kommen zu ihm und leiden keinen Schaden, finden Frieden, finden Ruhe, finden Einigkeit.“
  • Von Thomas von Aquin, dem wirkungsgeschichtlich bedeutenden mittelalterlichen Theologen, wird legendarisch berichtet, er habe nach einer mystischen Erfahrung seine Bücher verbrennen wollen, da er dadurch erkannt habe, dass alle Gott zuschreibbaren Begriffe mehr falsch als richtig sind. Tatsächlich reflektiert die thomanische Analogielehre die Beschreibbarkeit und Unbeschreibbarkeit Gottes.
  • In philosophisch-theologischen Traditionen reflektiert die „negative Theologie“ auf diesen Widerspruch. Wichtige Vertreter sind (wobei die Zuordnungen teils umstritten sind) Nikolaus von KuesMeister Eckhart.

Mystik und Rationalität [Bearbeiten]

Häufig werden Mystik und Rationalität einander entgegengesetzt. Eine Beurteilung des Verhältnisses ist abhängig davon, wie beide Begriffe verstanden werden. Viele mittelalterliche Autoren unterscheiden ratio (Vernunft) und intellectus (Verstand) in der Weise, dass der Intellekt als diskursives Vermögen verstanden Unterscheidungen trifft; während die Ratio höheren Ranges ist, weil auf Einheit ausgerichtet. Dass mystische Erfahrung kein Fall diskursiven Erkennens sein kann, bestreitet kein Mystiker. Eine solche Trennung der Hierarchien ermöglicht, den Anschein eines Gegensatzes aufzulösen. Oft wird für mystische Erfahrung eine höhere (nämlich absolute) Gewissheit gegenüber sonstigem für wahr gehaltenem reklamiert.

Bezieht man Rationalität auf die aristotelisch durchformte Wissenschaftskultur des Mittelalters, so stehen dieser viele Mystiker aus Kontexten mittelalterlicher Laienbewegungen fern. Auch viele Mystiker, die sich philosophisch-theologisch artikulieren, suchen Denkformen, die der aristotelischen Wissenschaftstheorie ferner stehen und stärker einem weisheitlichen Konzept des Wissens und höchsten Wissens nahestehen. Einige greifen dazu zurück auf die Konzeptionen von Augustinus, Boethius und der so genannten Schule von Chartres.

In modernen Kontexten unterscheidet sich ein Zugang zur höchsten Wahrheit durch unmittelbare individuelle Erfahrung von der Methodik neuzeitlicher Wissenschaft, da diese Verallgemeinerbarkeit und Reproduzierbarkeit beansprucht.

Mystik und politisches Handeln [Bearbeiten]

In ihrem wohl bekanntestem Werk, dem 1997 erschienen Buch Mystik und Widerstand, spricht sich die evangelisch-lutherische Theologin Dorothee Sölle für die Überwindung des vermeintlichen Gegensatzes von kontemplativer Transzendenzerfahrung und politisch-gesellschaftlichem Engagement aus. Sie zeigt auf, dass Persönlichkeiten wie der Sklavenbefreier und Quäker John Woolman, der ehemalige Generalsekretär der UNO Dag Hammarskjöld und der Bürgerrechtler Martin Luther King ihre Kraft zum Widerstand gegen gesellschaftliches Unrecht aus ihren mystischen Erfahrungen schöpften. Mystische Erfahrung bedeute demnach kein bewusstes Abwenden von der Welt, sondern die direkte Transzendenzerfahrung fördere gerade ein demokratisches Glaubensverständnis. Auch der in der mystischen Tradition stehende Spiritualismus Thomas Müntzers wird als ein wesentlicher Auslöser der Bauernkriege angesehen.[11]

Interesse für klassische Texte der Mystik und Kontemplation schließt jedoch unethisches politisches Handeln nicht aus. So trug Heinrich Himmler ständig eine Ausgabe der Bhagavad Gita bei sich.[12] Er und seine "Elite" praktizierten regelmäßige Meditation.[13]

Mystische Erfahrung und andere Bewusstseinszustände [Bearbeiten]

Mystiker beschreiben ihre Erfahrungen in Redewendungen und Bildern ihres Kulturkreises. Viele betonen allerdings die Notwendigkeit, von allen Bildern zu lassen. Bekannt dafür ist in christlichen Kontexten Meister EckhartHalluzinationen treten im Wachzustand auf. Von mystischen Erlebnissen sind sie schwer unterscheidbar. Ob mystische Erfahrung nur eine Halluzination ist, lässt sich objektiv nicht klären. Anhand einer Reihe von Merkmalen wie Inhalten der Erfahrung, Dauer, Kommunizierbarkeit, Ausdrucksform und emotionalem Erleben versuchen einige Psychologen, Unterschiede zwischen mystischen und psychotischen Zuständen zu fassen. Als wesentlich für mystische Erfahrungen wird etwa die Umorganisation handlungsleitender Motive, Affekte, Welt- und Selbstbildvorstellungen herausgestellt. Mystische Erfahrungen werden in einem Bewusstseinszustand eigener Art erlebt, der auch als mystisches Bewusstsein bezeichnet wird. Es fällt allerdings durchaus nicht leicht, sie allein aufgrund ihrer Beschreibungen in ihrer Art immer sicher auch von Bewusstseinszuständen anderer Art zu unterscheiden – etwa von (über "Begeisterung" deutlich hinausgehenden) enthusiastischenfanatischen bis ekstatischen Erlebnissen verschiedener Art.[14]

Literatur [Bearbeiten]

Nachschlagewerke
  • Peter Dinzelbacher (Hrsg.): Wörterbuch der Mystik. 2. Aufl. Kröner, Stuttgart 1998, ISBN 3-520-45602-8
Allgemeine Literatur
  • Karl Albert: Einführung in die philosophische Mystik. WBG, Darmstadt 1996, ISBN 3-534-12948-2
  • Bernard McGinn / Louis Dupré / Peter Moore: Art. Mystical UnionMysticismMystical Union, in: Encyclopedia of Religion, Bd. 9, 6334-6359.
  • Johannes Heinrichs: Handlung - Sprache - Kunst - Mystik. Skizze ihres Zusammenhangs in einer reflexionstheoretischen Semiotik, in: Kodikas/Code 6 (1983)auch auf Website johannes.heinrichs.de; ders.: Artikel "Mystik", in S.R. Dunde (Hg.): Wörterbuch der Religionspsychologie, Gütersloh 1993.
  • Ronald W. Hepburn / Kai-man Kwan: Nature and Assessment of Mysticism, in: Encyclopedia of Philosophy, Bd. 6, 453-462.
  • P. Heidrich, H. U. Lessing: Art. Mystik, mystisch, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 6, 268-279.
  • R. Norman: Rediscovery of Mysticism, in: Gareth Jones (Hg): The Blackwell Companion to Modern Theology, Blackwell Publishing 2004, 459ff;
  • Michael Sells: Mystical Languages of Unsaying. Chicago; University of Chicago Press 1994 u.a. zu PlotinEriugena, Ibn Arabi, Marguerite Porete und Meister Eckhart
  • Ninian Smart: Art. History of Mysticism, in: Encyclopedia of Philosophy, Bd. 6, 441-453.
Islam (und Sufismus)

siehe auch: Literaturliste Sufismus

Christentum
  • Sabine Bobert: Jesusgebet und neue Mystik. Grundlagen einer christlichen Mystagogik. Kiel 2010, ISBN 978-3-940900-22-7 (online: CoverS. 1–29).
  • Werner ThiedeMystik im Christentum. Visionen und Gestalten. Edition chrismon: Frankfurt/M. 2009, ISBN 978-3-86921-003-2.
  • Klaus Berger: Was ist biblische Spiritualität? (GTB 1456) ISBN 3-579-01456-0
  • Peter Dinzelbacher: Christliche Mystik im Abendland. Ihre Geschichte von den Anfängen bis zum Ende des Mittelalters. Schöningh, Paderborn u.a. 1994, ISBN 3-506-72016-3
  • Peter Gerlitz u.a.: Art. MystikMystik und Kunst, in: Theologische Realenzyklopädie, Bd. 23, 533-597.
  • Bernard McGinn: Presence of God: a History of Western Christian Mysticism. 5 Bde., auch in deutscher Übersetzung: Die Mystik im Abendland, Herder 1994ff.
    • Band 1. UrsprüngeISBN 978-3-451-23381-4 mit einem Überblick zu Forschungsgeschichte und Mystikbegriffen: 265ff
    • Band 2. EntfaltungISBN 978-3-451-23382-1
    • Band 3. Blüte. Männer und Frauen der neuen Mystik (1200 -1350)ISBN 978-3-451-23383-8
    • Band 4. The Harvest of Mysticism in Medieval Germany (dt. Übers. in Vorb.)
  • Dietmar MiethDie Einheit von vita activa und vita contemplativa in den deutschen Predigten und Traktaten Meister Eckharts und bei Johannes Tauler. 1969.
  • Erwin Möde: Christliche Spiritualität und Mystik. Eine systematische Hinführung, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7917-2182-8
  • Kurt RuhGeschichte der abendländischen Mystik. 5 Bde. Beck, München 1990-1999.
  • Korbinian Schmidt: Mystische Erfahrung. Einheit oder Vielfalt? LIT Verlag, Münster-Hamburg-Berlin-Wien-London 2006, ISBN 3-8258-9423-1
  • D. Turner: The Darkness of God, Negativity in Christian Mysticism, Cambridge 1995. zu Pseudo-DionysiusAugustinusBonaventuraMeister EckhartJohannes vom Kreuz
Judentum (auch Kabbala)
  • J. Dan: Jewish Mysticism and Jewish Ethics, 1986.
  • J. Dan: Jewish Mysticism, Bd. 1 Late Antiquity 1998, Bd. 2 The Middle Ages 1998.
  • Moshe Idel / M. Ostow (Hgg.): Jewish Mystical Leaders and Leadership, 1998.
  • Daniel C. Matt (Hrsg.): Das Herz der Kabbala. Jüdische Mystik aus zwei Jahrtausenden. Barth, Bern 1996, ISBN 3-502-65450-6
  • Gershom ScholemVon der mystischen Gestalt der Gottheit. Studien zu Grundbegriffen der Kabbala. Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1977, ISBN 3-518-07809-7
  • Gershom Scholem, Jonathan Garb, Moshe Idel: Art. Kabbalah, in: Encyclopaedia Judaica, 2. A., Bd. 11, 586-692.
Buddhismus
  • Daisetz T. SuzukiDer westliche und der östliche Weg. Über christliche und buddhistische Mystik. Neuaufl. Ullstein, Frankfurt am Main 1995.
  • R.C.Dwivedi: Buddhist mysticism, in: R. C. Pandeya (Hg.): Buddhist Studies in India, 1975, 100-120.
  • R.C.Dwivedi: Buddhist mysticism, in: K.L. Sharma / R.S. Bhatnagar (Hgg.): Philosophy, Society and Action, Essays in Honor of Prof. Daya Krishna, Jaipur 1984, 152-171; auch in: Akhila Bhāratīya Sanskrit Parishad 16-18 (1984-86), 97-114.
  • Subhadra A. Joshi: Buddhist mysticism: a comparative study, in: Kalpakam Sankaranarayanan / Motohira Youtoniya / Shubhadra A. Joshi (Hgg.): Buddhism In India and Abroad, An Integrating Influence in Vedic and Post-Vedic Perspective, Bombay 1996,104-113.
  • Trevor Ling: Buddhist mysticism, in: Religious Studies 1 (1966), 163-176.
  • Hajime Nakamura: Intuitive awareness: issues in early mysticism, in: Japanese Journal of Religious Studies 12 (1985), 119-140.
  • A.K.Sarkar: Indian Buddhism and Chinese mysticism, in: Bulletin of the Ramakrishna Mission Institute of Culture 39 (1988), 99-107.
  • P.M.Rao: Buddhism and mysticism, in: Mahābodhi (Colombo) 65 (1957), 83-88.
  • Pramod Kumar Singh: Some observations on Buddhist mysticism, in: Journal of the Indian Council for Philosophical Research 22/1 (2005), 129-140.
  • Pramod Kumar Singh: Buddhist mysticism: a few observations, in: Indian Philosophical Quarterly 33 (2006), 221-230.

Weblinks [Bearbeiten]

Wiktionary Wiktionary: Mystik – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Mystik – Zitate
Sonstiges

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1.  Vgl. Art. Mystik, mystisch, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie, 6, 628 mit exemplarischen Belegen
  2.  Beispielsweise bei Origenes, In Joh. 20, 12, GCS 4, 342
  3.  Beispielsweise Meister Eckhart, Pr. 44, DW 2, 345
  4.  Summa Theologiae, II, q. 8 a. 1 c. 3 c
  5.  M. Schmaus, Der Glaube der Kirche, Bd. V/1, 2. A. 1992, 119.154
  6.  Überliefert von al-Harawi und ibn Furak. Letzterer betont wie Ghazali, nicht Gott, sondern der Mensch sei verschleiert vorzustellen. Vgl. dazu Al-Ghazzālī: Die Nische der Lichter, dt. Übers. von A.-E. Elschazli, Hamburg: Meiner 1987, ISBN 3787306838, S. 54 und 85f.
  7.  Ibn Arabi: Reise zum Herrn der Macht: Meine Reise verlief nur in mir selbst, deutsche Übersetzung von Franz Langmayr einer englischen Übersetzung von Rabia T. Harris, Zürich: Chalice 2008, ISBN 3905272733, S. 138
  8.  Ludwig WittgensteinTractatus Logico-Philosophicus, 1922, Satz 6.522 (Hervorhebung durch Kursivsatz gemäß Quelle)
  9.  Karl JaspersPsychologie der Weltanschauungen, Heidelberg 1919 (Neuauflage 1954 mit einem kritischen Vorwort des Verfassers), ISBN 3-492-11988-3, S. 85 (zum Thema Mystik und mystische Einstellung auch: Seiten 85-89, 119, 160-166, 191-198, 440-462)
  10.  Karl JaspersEinführung in die Philosophie, 1953, ISBN 3-492-04667-3, S. 24-31
  11.  R. Kottje, B. Moeller (Hrsg.), Ökumenische Kirchengeschichte Band 2 – Mittelalter und Reformation, Mainz/München, 3. Aufl. (1983), S. 336 ff.
  12.  Peter Padfield: Himmler - Reichsführer SS. Macmillan, London 1990, S. 402, ISBN 0-333-40437-8
  13.  Richard Breitman: Himmler und die Vernichtung der europäischen Juden. Schöningh 1996, S. 193
  14.  Vgl. für eine sehr viel ausführlichere und hier noch nicht hinreichend berücksichtigte Darstellung Gellman, l.c.
  15.  Artikel in englischsprachiger Wikipedia [1]


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